Nach dem 21. April 1945 unterstand der Ölhof in Bleckede der britischen Militärregierung, die mit allen anderen alliierten Behörden zusammen arbeitete. Der Ölhof war sicher auch eine Anlage, die für Spionage der alliierten Streitkräfte im Krieg ein Ziel gewesen sein dürfte. Berichte über Ermittlungen gegen Personen wegen dem Verdacht der Spionage sind aber bisher für die Anlagen in Bleckede nicht bekannt.
Bereits im März 1945 war ein Geheimbericht bei den U.S. Streitkräften zur Ölindustrie in Deutschland erstellt worden. Er trägt den Titel : „Petroleum Facilities of Germany“ [53]. In diesem knapp 400 Seiten umfassenden Dokument wird neben einem kurzen Bericht über Bleckede eine Zeichnung der Anlage abgebildet (im Bild 2 ist das Bild nach Norden ausgerichtet). Auf der Skizze ist die Tankgruppe I nicht eingezeichnet. Eine mögliche Ursache dafür ist die Tarnung der Tankgruppe I, die bereits 1918 fertig gestellt wurde. Dies Tanks waren bis 1944/45 schon relativ hoch mit Kiefern bewachsen und auf Luftbildern nur schwer zu erkennen.
Im Spätsommer 1945 kamen Ingenieur-Offiziere der „U.S. NAVAL Technical Mission in Europe“ nach Bleckede und untersuchten die Anlagen. Bei dieser Gelegenheit wurden vermutlich auch Fotos aus der Bauzeit der Anlagen in Bleckede gefunden. Diese Bilder wurden damals im „Technical Report No. 244-45“, der die Konstruktion von Öltanks in Deutschland beschrieb, verwendet. Heute sind diese Bilder Bestandteil dieses Internetprojektes. (die Bilder sind mit dem Quellennachweis zur U.S. National Archives and Records Administration beschriftet). In dieser Sammlung von Dokumenten befindet sich auch der bisher einzige bekannte Lageplan, der aus der Zeit von vor 1945 stammt.

Die „U.S. NAVAL Technical Mission in Europe“ wurde am 26. Dezember 1944 gegründet, um deutsche Wissenschaft und Technik zum Nutzen der technischen Abteilungen der Marine und des Koordinators für Forschung und Entwicklung auszuwerten. Informationen wurden zunächst in Zusammenfassungen per Briefbericht nach Washington übermittelt. Der Großteil der gesammelten Informationen wurde jedoch in detaillierteren technischen Berichten beschrieben, die unter weniger dringenden Bedingungen als die Briefberichte erstellt wurden. Die höchste Priorität hatten Daten, die im Krieg gegen Japan anwendbar waren. Die Mission wurde am 1. November 1945 aufgelöst.
Zu den Vorgängen und Arbeiten im Ölhof direkt nach Kriegsende ist bisher wenig bekannt. Die Anlagen, mit den darin eingelagerten Ölmengen waren unbeschädigt geblieben. Nachweislich wurde im Laufe des Sommers 1946, im Auftrag verschiedener Deutscher Ölfirmen insgesamt ca. 11 000 t Rohöl aus dem Ölhof zu verschiedenen Raffinerien in Hamburg und Hannover transportiert [54]. Das nachfolgende Dokument gehört zu einem Vorgang über die Ablehnung einer Entschädigung für das von der Besatzungsmacht als Kriegsbeute betrachtete Rohöl in dem Öllager in Bleckede von 1948.
Ab Herbst 1946 wurde begonnen die Anlage zu demontieren. Firmen, die teilweise nach Kriegsende neu gegründet wurden, hatten Arbeiter aus der Region Bleckede angeworben. Im Jahr 1947 wurden westlich der Tank-Gruppe V die Spezialtanks auf Anordnung der britischen Militärregierung demontiert. Die Stahltanks wurden ausgebaut und an die Deutsche Shell AG nach Hamburg geliefert. Nachfolgend Materialliste und Quittung von 1947. Aus der Materialliste geht hervor, dass zehn Stahltanks mit einen Durchmesser von ca.2,8 m und eine Länge von ca. 16 m ausgebaut wurden. (Aus diesen Zahlen ergibt sich ein Tankvolumen von 140 m³ pro Tank)


Die Demontage aller Anlagen zog sich bis Sommer 1948 hin. Die bestehenden Stahltanks und Ölleitungen wurden aus den Bunkern und Tunneln herausgeholt und verschrottet. Strom- und Wasserleitungen wurden ausgegraben und zu einem Teil weiter verwendet (s. Bild 6). Pumpen und die dazugehörigen Elektromotore wurden ausgebaut und teilweise an andere Firmen verkauft.

Ab Sommer 1948 wurde damit begonnen, die nun leer stehenden Betonbauten zu sprengen. Die Sprengungen zogen sich bis Dez. 1948 hin. Bei diesen Sprengungen wurde teilweise versucht die Betonbauten durch Zündung zusammengetragener deutscher „Rest-Munition“ zu sprengen. Eine nachhaltige Zerstörung konnte aber erst durch gezielt angebrachte Sprengladungen britischer Pioniere erreicht werden.


Zur Sprengung der Anlagen s. auch: Presseberichte 1948
Ebenfalls ab 1948 wurde eine Lungenheilstätte als Außenstelle des städtischen Krankenhauses zu Lüneburg, auf einem Teil des ehemaligen Geländes des Ölhofes unter Einbeziehung der ehemaligen Feuerwache und der Verwaltungsgebäude an der Dahlenburgerstr. eröffnet. Das Wasserwerk wurde durch das Krankenhaus übernommen und weiter betrieben [55].
In den ersten Jahren nach dem Krieg waren die zerstörten Anlagen noch unzureichend gesichert. Ein unglaublicher „Abenteuer-Spielplatz“ für Kinder und Jugendliche aus der Region, teilweise Ausflugsziel ganzer Familien beim Sonntagsspaziergang.

1958 nahm die, an der Breetzer Straße neu erbaute, Zollhundeschule ihren Betrieb auf. Heute ist die Diensthundeschule des Zoll und des Bundesgrenzschutz ein Begriff, der weit über Bleckede hinaus bekannt ist. Von hier aus wird noch der größte Teil der Fläche des ehemaligen Öllagers genutzt. Heute allerdings als Ausbildungsplätze die im Wald, teilweise auf planierten Flächen eingerichtet sind. Weiterhin bestand bis zum Ende der Grenze zur DDR in Bleckede ein Zoll-Grenzkommissariat, das auch in Teilen in ehemaligen Ölhof-Gebäuden untergebracht war.
Schon seit 1945 wurden immer wieder einzelne Häuser, Grundstücke und Waldflächen im Bereich des ehemaligen Ölhofes Bleckede vom Bundesvermögensamt zuletzt von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, an die Stadt Bleckede, bzw. an Privatpersonen veräußert.
Seit 1994 wurde unter der Federführung des Landkreis Lüneburg damit begonnen, in einem kleinen noch erhaltenen Abschnitt der Tunnelanlagen im Ölhof Winterquartiere für Fledermäuse einzurichten. Nachdem der betreffende Tunnelabschnitt gereinigt und „klimatechnisch“ als Winterquartier umgebaut worden war, stiegen die Zahlen der hier in Bleckede gezählten Fledermäuse von Jahr zu Jahr deutlich an. Im Jahr 2012 wurde durch eine Baumaßnahme im Bereich des ehemaligen Pumpenhaus Nr. 43 die Quartiersanlage nochmals erheblich vergrößert. Teile der verbliebenen Trümmer in der Erde sind so zu einem wichtigen Element im Bereich des Natur-, und Artenschutz geworden.
Weitere Information über die Fledermaus-Anlage
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