Ölbestände der Marine

 

 

 

 

Die Ölversorgung der Kriegsmarine fand in Abhängigkeit zur Gesamtlage der Energieversorgung im Dritten Reich statt [1]. Zeitweise agierte  die Kriegsmarine als „Selbstversorger“ (Devisenbeschaffung durch Verkauf von Steinkohleteeröl in die USA bis 1937), zeitweise musste die Kriegsmarine aus ihren Kontingenten Abgaben stellen (für das Heer: Fall „Gelb“, Frankreichfeldzug 1940; Unternehmen „Barbarossa“, Überfall auf die Sowjetunion 1941; Abgabe an Italienische Marine ab Herbst 1941).

Die Lagerhaltung von Heizöl sank ab Januar 1942 unter die Mindestreserve. Die Lagerhaltung von Dieselöl sank nach dem 3. Quartal 1942 unter die Marke der Mindestreserve [2].

Bisher konnten keine belastbaren Daten zum Verlauf der Lagerhaltung in Bleckede gefunden werden. Hier steht der Bericht des Zeitzeugen Herrn Otto Schell, („Rangierer im Ölhof“)    der von sehr starkem Eisenbahnverkehr im Jahr 1944 berichtet, scheinbar im Widerspruch zu der unten aufgeführten Statistik. Im Ölhof in Bleckede wurden eine sehr große Anzahl an Kesselwagen gereinigt. Bisher gibt es keine Informationen darüber ob Kesselwagen zum Transport genutzt wurden oder nur zur Reinigung nach Bleckede verbracht wurden.

 

 

Bild 1: Darstellung der Ölbestände der Kriegsmarine, nach W. Meier-Dörnberg, Ölversorgung der Kriegsmarine 1935 bis 1945, Verlag Rombach 1973
Bild 2: Darstellung der deutschen Eroberungspolitik im Krieg 1939-1942, Quelle: Jacobsen, Hans-Adolf und Dollinger, Hans; Hrsg. Der Zweite Weltkrieg in Bildern und Dokumenten, Verlag Kurt Desch München 1963.

 

 

[1]  Faktor Öl, Die Mineralölwirtschaft in Deutschland 1859-1974, Rainer Karlsch, Raymond G. Stokes, Verlag C. H. Beck München, 2003. 

[2]  Ölversorgung der Kriegsmarine 1935 bis 1939, Wilhelm Meier-Dörnberg, Militärgeschichtliches Forschungsamt Hrsg. ,Verlag Rombach, Freiburg, 1973.

 

 

 

weitere Themen in dieser Rubrik sind: