Spurensuche zum ehemaligen Marine-Nachschublager Bleckede 1916 bis 1945

Tank-Gruppe III,  Luftbild Bleckede 29. Oct. 1944

Tank-Gruppe III

Nach der Gebäudeliste von 1950 vom Staatshochbauamt Lüneburg, trugen die Tanks die Behältergruppe III die Nummern 13 bis 16. Die Behälter der Gruppe III wurden im Anschluss an die Behälter der Gruppe II von Ende 1936 bis Anfang 1938 errichtet. Sie bestand aus vier Rundbehältern mit innenliegenden Stahlbehältern, die durch einen zentralen, begehbaren Rohr-Tunnel miteinander verbunden waren.

Bild 1: Lagezkizze, Tank-Gruppe III

Bild 1: Lageskizze Tank-Gruppe III

Diese Tankanlage dokumentiert ein neues Konstruktionsprinzip. Als Ausdruck der Knappheit an Rohstoffen wurde eine Form mit kleinerer Oberfläche gewählt, die mit geringeren Mengen an Beton und Stahl gleiche Lagerkapazitäten ermöglichte. Der Durchmesser der Tanks betrug etwa 50 m, ihre Höhe der Tanks betrug ca. 7 m. Daraus resultiert ein Fassungsvermögen von ca. 10 000 000 Litern pro Tank. Somit konnten pro Tank annähernd 10 000t Öl eingelagert werden.

Nachfolgend eine Planzkizze, die das Bauprinzip dieser Öl-Tanks zeigt. Die Zeichnung wurde 1939 in Bleckede für die geplante Tankanlage in Bremen Farge angefertigt.

 Bild 1: Zeichnung Tankanlage Bremen Farge 1939

 Bild 2: Zeichnung eines Tanks der Ölanlage Bremen Farge 1939, Bildquelle:  Dokumentations- und Gedenkstätte Geschichtslehrpfad Lagerstraße/U-Boot-Bunker Valentin e.V., Bremen

Für weitere Informationen zum Tanklager Bremem-Farge bitte diesem Link folgen:  Geschichtslehrpfad Farge, Tanklager

Das Ausmaß der Rohstoffverknappung während der Bauzeit, ist daran zu ermessen, dass die Deckenstützen dieser Behältergruppe aus 64 Granitsäulen je Tank bestanden. (Es war vermultich einfacher Granitsäulen nach Bleckede zu verfrachten als geeignetes Eisen für den Betonbau zu beschaffen.)

Bild 3: Bau der Tank-Gruppe III

Bild 3: Bau der Tank-Gruppe III, Aufnahmedatum unbekannt, Bildquelle: NARA, RG 38, File A9-16 (3),(70)Hn, 924

Diese Behälter-Gruppe wurde ebenerdig errichtet und anschließend mit Boden abgedeckt. Dadurch entstand eine ausgeprägte Böschung, die auch auf den Luftbildern deutlich zu erkennen ist.  Das Bild 3 wurde bei den Bauarbeiten aus  westlicher Richtung aufgenommen. Die vier Rundtanks befinden sich in unterschiedlichen Bauphasen. Bei den Bauarbeiten kam es, bei einem der vier Tanks am 21. November 1937, zu einem Einsturz der Decke. Bei diesem Unfall wurde ein Arbeiter getötet. Detaillierte Informationen über den Hergang dieses Ereignisses sind bisher nicht bekannt.

Bild 4: Luftbild 29 Oktober 1944

Bild 4: Tank-Gruppe III, Luftbild 29. Oktober 1944

Bild 4 wurde am 29 Oktober 1944 aufgenommen. (Britische Luftaufklärung) Die Radien der Tankbunker sind deutlich abgebildet. Die Bilder 4 und 5 sind hier, gegenüber dem Bild im Kopf der Seite, um 90° gedreht dargestellt. Bei der damals schon bestehenden Fotoqualität erübrigt sich heute die Frage nach der guten Tarnung der Anlage im Wald bei Bleckede.

Nach der Sprengung der Tank-Gruppe 1948 erfolgte die Entfestigung und Enttrümmerung dieser Behälter ab Juni 1949 durch das Ingenieurbüro Christian Schmidt, Bleckede, wobei die Bergung der Granitsäulen im Vordergrund stand. Eine abschließende Trümmerbeseitigung mit nachfolgender Verfüllung wurde 1960 durch die Fa. Höltge, Lüneburg, durchgeführt.

 Bild 5: ehemalige Tankgruppe III, Luftbild Mrz. 1960

Bild 5: ehemalige Tank-Gruppe III, Zisterne (weisser Pfeil), Blickrichtung der nachfolgenden Panoramaaufnahme (blauer Pfeil); Mrz. 1960, Quelle: Fa. Hansa Luftbild GmbH, 2/498.

Auf dem Bild 5 vom März 1960 sind die Tanks demontiert, die Bunker gesprengt und planiert. Zurück blieben große Trichter im mittlerweile hohen Kiefernwald (Bild 6).
Neben der Gruppe III befand sich eine Zisterne für Löschwasser (weißer Pfeil). Neben der Zisterne befand sich hier ein Verteilerschacht für die Ölleitung zur Tank-Gruppe V.

Der blaue Pfeil im Bild 5  gibt die Blickrichtung in der nachfolgenden Panoramaaufnahme an.

Bild 6: Panoramaaufnahme über dem ehemaligen Tank Nr. 15

 Bild 6: 180° Panoramabild von 2004 über dem ehemaligen Tank Nr. 13

 

 

 


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