Spurensuche zum ehemaligen Marine-Nachschublager Bleckede 1916 bis 1945

Tank-Gruppe 1 Luftbild Bleckede 7. Apr. 1945

Tank-Gruppe I

 

Nach der Gebäudeliste von 1950 vom Staatshochbauamt Lüneburg, tragen die Behälter der Tank-Gruppe I die Nummern 1 bis 4. Über die Bauweise dieser "Tankanlage" sowie deren Nutzung in der Zeit bis 1930 sind bisher nur wenig Informationen bekannt. Wahrscheinlich ist, dass es sich bei dieser Behältergruppe um den ältesten Teil des Marinenachschublagers handelt. Erbaut wurden diese Behälter in der Zeit von 1917-1919 (Werding). Die Pipeline von der Verladeanlage am Hafen endete hier. Als komplette Tankanlage waren hier neben den Leitungen und Pumpen auch eine Trafostation und eine Bahnverladeanlage errichtet worden.  Das Bahngleis in den Oelhof wurde erst am 25. Juni 1919 abgenommen und damit für den offiziellen Bahnverkehr zugelassen. Eine Einlagerung von Oelprodukten erfolgte wahrscheinlich erst nach Erteilung der endgültigen Betriebserlaubnis 1928.
Auf der nachfolgenden Lageskizze ist die Gruppe I mit den vier Tankbehältern dargestellt. Die Wasserleitungen wurden blau, die Ölleitungen rot und die Gleisanlagen grün eingezeichnet.

Bild 1: Zeichnung Tank-Gruppe I     Weitere Gebäude in dieser Skizze:

    Nr. 44  Pumpenhaus   

    Nr. 47  Bahn-Verladeanlage I  

    Nr. 77  Separationsanlage

    Nr. 78  Kesselhaus

 

Bild 1: Zeichnung Tank-Gruppe I

 Die Gruppe I war 1945 stark mit Kiefern bewachsen. Die Grenzen der Tankanlagen sind durch die Bäume verwischt. Hier entstand wahrscheinlich auch das Vorurteil von der übermässig guten Tarnung im Oelhof in Bleckede. Als einzige Struktur sind die Umrisse des Gebäude Nr. 77 (Separationsanlage) in der Bildmitte zu erkennen.
Erkennbar sind auch Kesselwagen, (Pfeil) die in der Verladeanlage ( Nr. 47) stehen.

Bild 2: Luftbild Tank-Gruppe I, Apr. 1945

Bild 2: Luftbild Tank-Gruppe I, Apr. 1945

Das nachfolgende Luftbild (Bild 2) wurde 1960 aufgenommen. Es zeigt die Trümmer der Gruppe I bevor Bagger und Radlader zur endgültigen Planierung anrückten. Die Bahngleise waren 1948 bis auf das heute noch existierende Gleis demontiert worden. Im Luftbild kann man erkennen, dass es Wege in die Trümmerfelder gab. Diese Wege entstanden, als "Baumaterial" im Ölhof "gewonnen" wurde.

Bild 3: Luftbild Tank-Gruppe I, 1960

Bild 3: Luftbild Tank-Gruppe I, Mrz. 1960, Quelle: Fa. Hansa Luftbild GmbH, 2/498.

In der Zeit nach dem Krieg wurden einzelne Fotos im Ölhof von Privatleuten aufgenommen. Nachfolgend Bilder die 1950 bis 1965 entstanden.

Bild 4: Tank-GruppeI     Bild 5: Tank-Gruppe I  Bild 6: Tank-Gruppe I

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Bilder 4 bis 6: Trümmergelände der ehemaligen Tank-Gruppe I

Im Bild 4 ist nördlicher Teil der Tank-Gruppe I abgebildet. Nachdem die technischen Anlagen (Rohrleitungen, Ventile, Kabel) ausgebaut waren, erfolgte 1948 die Sprengung der Bunker. Die Bunkerdecke wurde zerstört und die Stützpfeiler blieben im Trümmerfeld aufrecht stehen. Diese Säulen waren nach dem Krieg als Baumaterial sehr geschätzt und wurden mit Traktoren aus den Trümmerfeldern geschleppt. Im Bild 5 sind im südlichen Teil der ehemaligen Gruppe I die Stützen, die ursprünglich das Behälterdach trugen,  zu erkennen. Im Bild 6 ragen noch Teile der Decke neben den Stützpfeilern empor. Zum Zeitpunkt der Aufnahme dieses Bildes waren schon etliche Betonsäulen aus dem Trümmergelände entfernt worden.

Standort der Tank-Gruppe 1, 2004

Bild 7: Standort der ehemaligen Tank-Gruppe 1, 2004

Den ehemaligen Standort der Tank-Gruppe I kann man heute kaum noch ausmachen. Die gesprengte Anlage wurde um 1969 planiert und wieder bepflanzt. Die Grenzen der ehemaligen Anlage sind nur noch durch den Verlauf einer Einzäunung und dem Übergang in der Bepflanzung (jüngere Bäume) zu erkennen.


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