Spurensuche zum ehemaligen Marine-Nachschublager Bleckede 1916 bis 1945

Luftbild Oelhof Bleckede Apr. 1945

Gebäude Nr. 56

Ehemalige Feuerwache

Das Gebäude Nr. 56 wurde 1936/37 als Feuerwache für den Oelhof, nahe der nordöstlichen Grenze der Liegenschaft in kurzer Entfernung zur Tank-Gruppe II gebaut. Die Wache war ständig besetzt. Die Mannschaftsstärke betrug 24 Feuerwehrleute. Die Feuerwehrleute übernachteten auch in diesem Gebäude.

Bild 1: Standort Gebaeude Nr. 56      Weitere Gebäude in dieser Skizze sind: 

      Nr. 49 Lagerschuppen I

      Nr. 50 Wohnbaracke

      Nr. 51 Wohnbaracke

      Nr. 52 Rohr-Lagerschuppen I

      Nr. 53 Rohr-Lagerschuppen II

      Nr. 54 Lagerschuppen II

      Nr. 55 Schmiede, Tischlerei und Waschhaus

Bild 1: Standort Feuerwache, Gebäude Nr. 56                        Nr. 57 Pumpenhaus, Wasserwerk

                                                                                                           Die Tank-Gruppe II

Von der Feuerwache aus wurden auch die Luftschutz-Warnungen für den Oelhof ausgegeben. Neben dem Gebäude befand sich auf einem kleinen Hügel ein Stahlrohr-Gittermast auf dem eine Sirene montiert war. Der Oelhof war Teil des militärischen Luft-Warn-Netzes. Die Anwohner hörten so neben der zivilen Luftwarnung immer die militärische Luftwarnung mit.

Bild 2: Fundamentplatte des ehemaliger Sirenen-Turm  Bild 3: Sirenenturm Stahlrohr Detail, Kinderschuh

Bild 2 und 3: Standort ehemaliger Sirenen-Turm in der Nähe der Feuerwache

In der Feuerwache im Oelhof waren zwei Fahrzeuge mit Schaumlöscheinrichtungen, mit einer Leistung von je 120 cbm pro Stunde und zusätzlich eine Motorspritze stationiert. Zum gleichen Zeitpunkt verfügte die Freiwillige Feuerwehr in Bleckede über eine Motorspritze mit einer Leistung von 72 cbm pro Stunde [1]. s. dazu auch Fundstücke.
Berichte über die Aufgaben bzw. Einsatzstrategien der Feuerwehr im Oelhof sind nicht überliefert. Zeitzeugen berichteten, dass die Feuerwehr im Oelhof ständig Übungseinsätze im Gelände absolvieren musste.

Nach dem Krieg wurde das Gebäude Nr. 56,  1948 umgebaut und als Frauenstation und in Teilen als Küche für das Krankenhaus in Bleckede genutzt.

Bild 4: Gebaeude Nr. 56 aufgenommen 1950   Bild 5: Gebaeude Nr. 56, aufgenommen 1950 Bild 6: Gebaeude Nr. 56, aufgenommen 1952

Bilder Nr. 4 bis  Nr. 6 Gebäudeansichten aus der Zeit 1950 und 1952. An der Frontseite des Gebäudes sind noch die Spuren der großen Tore der ehemaligen  Feuerwache zu erkennen.

Niemand störte sich damals an dem Wort "Frauenabteilung" welches auf dem Schild am alten Torpfeiler stand. Die Torpfeiler standen zuerst nahe am Gebäude und wurden später abgerissen als der ursprüngliche Weg in den Oelhof verlegt wurde. Direkt an der Robert-Koch Str. , gegenüber dem ehemaligen Wasserwerk,  befand sich dann die Einfahrt zur Frauenstation. Hier wurde später ein neues Tor erbaut.

Bild 7: ehemalige Toreinfahrt der Frauenstation, Krankenhaus Bleckede

Bild 7: Torpfosten der "Frauenabteilung Ölhof Bleckede" 1950

Nachdem das Krankenhaus in Bleckede aufgelöst worden war, drohte diesem Gebäude der Verfall. Mehrere Versuche die Gebäude zu einer weiteren Nutzung zu veräußern, waren nicht erfolgreich. Hin und wieder übernachteten obdachlose Menschen in den Gebäuden. Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen entdeckten hier einen "Abenteuerspielplatz" für sich. 

Bild 8: Gebaeude Nr. 56, zerschlagene Fenster, aufgebrochene Tueren

Bild 8: Gebäude Nr. 56, zerschlagene Fenster, aufgebrochene Türen, Foto: Hajo Boldt 2000, Bleckede Magazin 2009

Die Stadt Bleckede übernahm das Gebäude von der Immomed GmbH und erwarb vom Bundesvermögensamt noch weitere Grundstücksflächen. 2001 konnte dann, nach einer kurzen Umbauzeit, der Kindergarten Robert-Koch-Straße eingeweiht werden.

Bild 9: Kindergarten Robert-Koch-Str., 2004  Bild 10: Kindergarten Robert-Koch-Str., 2007  Bild 11: Kindergarten Robert-Koch-Str., 2007  Bild 12: Kindergarten Robert-Koch-Str., 2009  Bild 13: Kindergarten Robert-Koch-Str., 2009  Bild 14: Kindergarten Robert-Koch-Str., 2014

Kindergarten Robert-Koch-Straße

 

[1]  Schreiben des Bürgermeisters der Stadt Bleckede vom 23. April 1940 an den Landrat in Lüneburg. Betreff: Hafenluftschutz; hier erwähnt zwei Fahrzeuge (mit Schaumlösch-Einrichtung) und eine Motorspritze der Feuerwehr im Ölhof, welche im Bedarfsfall auch im Hafenbereich in Bleckede eingesetzt werden sollten. Archiv Stadt Bleckede: 9,2.

 

 

 

 


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