Spurensuche zum ehemaligen Marine-Nachschublager Bleckede 1916 bis 1945

Luftbild Oelhof Bleckede Apr. 1945

Gebäude Nr. 44

 Pumpenhaus in der Tank-Gruppe I

Das Pumpenhaus in der Tank-Gruppe I erhielt 1950 die Gebäude-Nummer 44. Die Pumpen die hier im Einsatz standen, sollen Kolbenpumpen mit einer Leistung von jeweils 250 m³/Std gewesen sein. Aufgabe dieser Pumpen war sowohl die Beschickung der Verladeanlage (Nr. 47) und der Tanks (Nr. 1 - 4 ), als auch der Versorgung der Pipeline zum Hafen in Bleckede.

Steinkohleteeröl oder auch Schiffsöle haben bei Raumtemperatur eine stark zähe, breiartige Konsitenz. Damit diese Öle durch die Leitungen im Öllager in Bleckede gepumpt werden konnten, mussten sie mit Hilfe von Dampf aus dem Kesselhäusern erwärmt werden. Wie die Aufheizung der "Schweröle" in den Tanks und Rohrleitungen in Bleckede durchgeführt wurde, ist noch unklar. Wahrscheinlich ist aber, dass "Heizschleifen" in den Tanks vor den Auslässen das Öl erwärmt haben. Möglich ist auch, dass Dampf direkt in das Öl in den Tanks und in den Güterwagen, mit Hilfe von langen Dampf-Lanzen eingeleitet wurde, bis sich die Ölmasse hinreichend erwärmt und damit verflüssigt hatte. In einem nachgeschalteten Separator (Nr. 77) wurde dann das Wasser aus dem Öl abgeschieden.

Bild 1: Lageskizze Tank-Gruppe I, Pumpenhaus Nr. 44      Weitere Gebäude in dieser Skizze sind:

      Nr. 44  Pumpenhaus

     Nr. 47  Bahn-Verladeanlage I

     Nr. 77  Separationsanlage

     Nr. 78  Kesselhaus

 

Bild 1: Lageskizze Tank-Gruppe I, Pumpenhaus Nr. 44

Auf einem Luftbild von 1960 sind die Umrisse der einzelnen Gebäude noch gut zu erkennen. Die Verladeanlage (Nr. 47) erstreckte sich über die gesamte Bildbreite. Reste der einzelnen Verladepunkte bilden sich deutlich ab. Die Umrisse vom Pumpengebäude sind ebenso wie die Trümmer der Separatoranlage (Nr. 77) zwischen den Tanks Nr. 2 und Nr. 3 zu erkennen. Dort wo einmal das Kesselhaus (Nr. 78) gestanden hat, war nur noch eine Trümmer-Grube übrig geblieben.

Bild 2: Luftbild 1960, Truemmerfeld Tank-Gruppe I, Pumpenhaus Nr. 44

Bild 2: Truemmerfeld Tank-Gruppe I, Pumpenhaus Nr. 44, Mrz. 1960, Quelle: Fa. Hansa Luftbild GmbH, 2/498.

Auf dem nachfolgendem Foto von 1961 ist die nördliche Wand der Pumpenanlage abgebildet. (Blickrichtung gelber Pfeil im Bild 2) Auf diesem Foto wird deutlich, dass die Mauern der Gebäude nicht gehärtet (besonders verbunkert) waren. Von einer Sicherung gegenüber Bomben und Artilleriegeschossen kann hier nicht ausgegangen werden.

Bild 3: Truemmerwand Pumpenhaus Nr. 44 Suedseite, ca. 1960

Bild 3: Trümmerwand Pumpenhaus Nr. 44 Südseite, ca. 1960

Heute deutet im Wald nichts mehr auf die Gebäude hin. Die Fläche der ehemaligen Gruppe I ist mit Kiefern bewachsen.

Bild 4: ehemaliger Standort Pumpenhaus Nr. 44, 2005

Bild 4:  ehemaliger Standort Pumpenhaus Nr. 44,  2005

 


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