Spurensuche zum ehemaligen Marine-Nachschublager Bleckede 1916 bis 1945

Luftbild Oelhof Bleckede Apr. 1945

Gebäude Nr. 41

Abfüllanlage

Dieses Gebäude gibt zum Thema Oelhof noch Rätsel auf. In der Gebäudeliste vom Staatshochbauamt Lüneburg von 1950 wird dieses Gebäude als "Abfüllanlage" beschrieben. Das Gebäude befand sich an der Seite der Tank-Gruppe V direkt neben den Eisenbahngleisen. Es sind aber an dieser Stelle keine Verladeanlagen bekannt. Eine besondere Zuwegung zu diesem Gebäude bestand nicht, d.h. kein befestigter Weg, wie sie im gesamten Oelhof-Gelände üblich waren.

Bild 1: Gebaeude Nr. 41

    

       Weiter Gebäude in der Skizze sind: 

      Die Tank-Gruppe V

     Nr. 36 Gebäudefundamente

     Nr. 37 Spezialtanks

     Nr. 38 Kesselhaus

     Nr. 39 Pumpenhaus

     Nr. 40 Lokschuppen II

 

 

Bild 1: Lageskizze Gebäude Nr. 41

Aus dem Zeitzeugenbericht, den Herr Neumann [1] aufgenommen hat und aus Recherchen von Herrn Dürkop [2] stammt die Information, dass im Gebäude Nr. 41  Zentrifugen standen. Welchen Zweck diese Zentrifugen hier erfüllt haben, ist noch nicht bekannt. Herr Dürkop erwähnt in seinen Aufzeichnungen, dass hier ein Verfahren zur Vermischung verschiedener Rohoel-Sorten entwickelt worden sein soll. ( Anm.: keine direkten Quellen)

Eine Geschichte, die in Bleckede erzählt wurde, besagte, dass im Gebäude Nr. 41 eine Art Kontroll-Labor, zur Bestimmung der Qualität einzelner Oellieferungen eingerichtet war. (Anm.: keine direkten Quellen)

Auf einem Luftbild von 1944  (Bild 2:)  ist das Gebäude Nr.41 nur schlecht zu erkennen. Es wirkt fast verloren im Wald. Eine Zugehörigkeit zur restlichen Anlage, durch Rohranschlüsse oder klare, breite Zufahrtswege, ist trotz hoher Auflösung nur schwer auszumachen.

Bild 2: Gebaeude Nr. 41, Luftbild 1944

Bild 2: Gebäude Nr. 41 , Luftbild vom Oktober 1944, Ausschnitt

Am 7. April 1945 fand ein weiterer britischer Aufklärungsflug statt. Auf dem Luftbild-Ausschnitt (Bild 3:) erscheint das Gebäude Nr. 41 wesentlich größer.

Bild 3: Gebaeude Nr. 41, Luftbild vom April 1945

Bild 3: Luftbild vom 7. April 1945, Ausschnitt

Deutliche Klarheit schafft der direkte Vergleich der Luftbilder von 1944 und 1945. Das Luftbild von 1944 wurde rot eingefärbt und das Luftbild von 1945 halb transparent darüber kopiert, anschließend an dem Weg (rechts im Bild) und den Gleisanlagen ausgerichtet.

Bild 4: Luftbild von 1944 und Luftbild 1945 Ueberlagerung

Bild 4: Luftbild von 1944 und Luftbild von 1945 in Überlagerung

Das kleine fast unkenntliche Bauwerk auf dem  Luftbild von 1944 steht am Rand (Bild 4: Pfeil) eines wesentlich größeren Gebäudes. Ob dieses Gebäude schon 1944 so bestanden hat, lässt sich anhand des Luftbildes mit endgültiger Sicherheit nicht belegen. Es könnte sich hier um einen Neubau, bzw. eine wesentliche Erweiterung des ursprünglichen Gebäudes handeln.

Nach 1945 ist dieses Gebäude vermutlich komplett demontiert worden. Das Grundstück, auf dem das Gebäude gestanden hatte wurde als eines der ersten Grundstücke der ehemaligen Liegenschaft "Ölhof Bleckede" vom Bundesvermögensamt an Privatleute verkauft. Weitere Recherchen waren bisher hier nicht möglich.

Bild 5: Gebaeude Nr. 41, Luftbild vom März 1960

Bild 5:  Gebäude Nr. 41, Mrz. 1960, Quelle: Fa. Hansa Luftbild GmbH, 2/498.

Auf einem Luftbild von 1960 erkennt man neue Gebäudestrukturen,  (Schattenwurf) die an der Stelle des alten Gebäudes neu errichtet wurden. (Ähnlich der Geschichte des Lagerschuppen Nr.54)

 

[1] Neumann, Walter; Schriftliche Zusammenfassung eines auf Tonband aufgezeichnenten Gesprächs vom 12.10.1988 über das ehemalige Marinenachschublager in Bleckede mit Herrn Johannes Werding, Technischer Leiter der Ölhof-Anlage von 1938-1941; Archiv der Stadt Bleckede.

[2]  Dürkop, Hinrich; Die ehemaligen Marine-Ölanlagen bei Schafstedt 1939 - 1945, Hinrich Dürkop, erschienen in: Dithmarschen, Zeitschrift für Landeskunde und Landschaftspflege 1993 und 1994, Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co., Heide in Holstein. - Herr Dürkop besuchte für seine Recherche mehrfach Bleckede und sprach hier u.a. auch mit Herrn Johannes Werding.

 


zum Seitenanfang | Powered by CMSimple_XH | Template by w.scharff | Login