Spurensuche zum ehemaligen Marine-Nachschublager Bleckede 1916 bis 1945

Luftbild Barackenlager (Baulager-Oelhof)

Barackenlager

An der Breetzer Str. wurden ab ca. 1935/36 unterschiedliche Baracken aufgebaut. Teilweise Holzbaracken, teilweise Beton-Fertigbauteile, die vor Ort zu Gebäuden zusammengebaut wurden. Sie dienten u.a. der Unterbringung von Montagearbeitern.  Daneben waren  Büroräume der Bauverwaltung und der Verwaltung des Nachschublagers  eingerichtet worden.

Lageplan von 1937

Bild 1:  Marine-Baulager an der Breetzerstr, Lageplan vom Juni 1937, Archiv Landkreis Lüneburg 182,8.

Auf dem Lageplan von 1937 sind, verglichen mit den Luftbildern von 1944 und 1945, Gebäude abgebildet die so wie sie dargestellt wurden, vermutlich nicht gebaut wurden.

Auf dem an das Barackenlager angrenzende Grundstück wurde 1937/38 eine große Holzbaracke als Versammlungs- und Kantinengebäude errichtet.

Anläßlich der Reichstagswahl am 10. April 1938 wurde in Bleckede ein zusätzlicher Wahlbezirk (Wahlbezirk 16a, Ölhof Bleckede) eingerichtet.  Gemeldet wurden hier 400 Stimmberechtigte [1].

Weiter im Hintergrund des Barackenlagers, etwas abgelegen von den anderen Baracken, wurde eine Baracke (Nr. 72) gebaut, in der russische Kriegsgefangene untergebracht waren.

Bild 1: Lager Luftbild

Bild 2: Barackenlager an der Breetzer Str. (Luftbild Apr. 1945, Ausschnitt)

Nachdem die Tank-Gruppe IV zum Materiallager umgebaut war, wurde hier im Barackenlager die Verwaltung für das neu entstandene Nachschubdepot der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven in Bleckede eingerichtet. Diese Abteilung arbeitete losgelöst von der Verwaltung des Oelhofes als selbstständige Abteilung.

Ursprünglich bestand das Problem, festzustellen, ob Gebäude der heutigen Bausubstanz noch aus der Zeit von vor 1945 stammen.
Wir bedienten uns dazu eines kleinen Tricks:
Über einen Ausschnitt aus einem Luftbild vom April 1945 wurde ein Ausschnitt der Deutschen Grundkarte 1:5000 von 2004 gelegt. Beide Bilder wurden in Lage und Größe aneinander angepasst. Gebäude, die sowohl im Kartenraster als auch auf dem Luftbild abgebildet waren, haben folglich im April 1945 schon gestanden und stehen heute auch noch (Stand 2004).
Nach der Liste des Staatshochbauamtes von 1950 sind dieses die Gebäude Nr. 67, Nr. 70 und Nr. 71.

Bild 2: Luftbild und Karte Layer

Bild 3: Grundkarte von 2004 über Luftbild von 1945 gelegt

Weil Kartenmaterial der LGN zur Anwendung
gekommen ist, hier noch einmal ein "vertragsmäßiger"
Link nach Hannover:

LGN-Logo mit Link

 

[1]: Schreiben des Landrates des Landkreises Lüneburg an den Regierungspräsidenten vom 28. März 1938, Archiv Landkreis Lüneburg, 543,1.

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