Spurensuche zum ehemaligen Marine-Nachschublager Bleckede 1916 bis 1945

Ansichtskarten ehemaliges Krankenhaus Bleckede

Das ehemalige Krankenhaus im Ölhof in Bleckede

 

Wandgemaelde im Aufnahmebereich

Bild 1: Wandgemälde im ehemaligen Eingangsbereich:
Der heilige Georg mit dem Zeichen des Doppelkreuzes auf der Brust, im Bild eingebunden die Wappen von Niedersachsen, dem Landkreis Lüneburg und der Stadt Lüneburg.

Der Sinnspruch lautet:
"Leichter träget, was einer träget, der Geduld zur Bürde leget"


Das Krankenhaus in Bleckede wurde im März 1948 in einem Teil des ehemaligen Marine-Nachschublagers eröffnet. Vor der Eröffnung war ein kleines Vorauskommando in Bleckede eingetroffen. Schwester Else Roschkowski und Schwester Lene. Zusammen mit einem Hausmeister und einer "Beiköchin", haben diese vier die Gebäude für die ersten Patienten hergerichtet.

Bei der Einrichtung des Krankenhauses herrschte, in Bezug auf die Tuberkulose folgende Situation: Nach 1945 waren die Erkrankungen und Sterbefälle weit über den Vorkriegsstand angestiegen. In Niedersachsen kamen 1947 auf 10 000 Menschen 53,7 Neuerkrankungen gegenüber nur 11,5 im Jahre 1938, während sich gleichzeitig der Bestand an Patienten, die an Tuberkulose erkrankt waren pro 10 000 Menschen, von 40,1 vor dem Kriege auf 103,7 im Jahre 1947 erhöht hatte.

Die britische Militärregierung ließ die Basis der Medizinalverwaltung, die Gesundheitsämter, weitgehend unangetastet. Ihre Aufgaben wurden lediglich neu bewertet und einer anfangs engen Kontrolle durch die verschiedenen Instanzen der Militärregierung unterworfen. Die Kontrollen wurden bis zur Institutionalisierung einer Abteilung für öffentliches Gesundheitswesen des Landes Niedersachsen Ende 1948 schrittweise zurückgenommen.

Im Landkreis Lüneburg entschlossen sich der ärztliche Direktor des Städtischen Krankenhauses in Lüneburg, Prof. Dr. Kahlstorf, und der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Dr. Schaeper, an Stelle der damals üblichen Improvisation zur Steuerung der ersten Not, eine Krankenhausabteilung im Oelhof in Bleckede, auf einem ca. 10 ha großem Gelände zu eröffnen. Die rechtlichen Vorgaben hierzu, kamen von der britischen Militärregierung.

Bild 2: Lageplan
 
Bild 2: Lageplan ehemaliges Krankenhaus Bleckede ca. 1995

Der Grundbesitz wurde vom Bundesvermögensamt zuerst vermietet und später dem Landkreis Lüneburg überschrieben. Ende 1953 wurde Dr. Kehler zum Fachärztlichen Leiter ernannt.

Bild 3: Haupttor ca. 1970

Bild 3: Haupttor ca.1970

Da das Krankenhaus ohne Zuschüsse auskommen sollte, konnten Baumaßnahmen nur Schritt für Schritt verwirklicht werden. Es entstanden der Operationstrakt (1954), das Arzthaus in der Robert-Koch-Straße (1956) (heute in Privatbesitz), Kläranlagen, eine neue Röntgenabteilung (1963), An- und Umbau der Männer- und Frauenstation und das Schwesternwohnheim (1965).

Bild 4: Schwesternheim, Richtfest 1966    Bild 5: ehemaliges Schwesternheim, 2003 Jan.

Bild 4 und 5: ehemaliges Schwesternheim, Richtfest 1966 und  Winter 2003

In Bleckede wurden, wie überall in den Anfängen der modernen Tuberkulosebehandlung, noch Liegekuren durchgeführt. Zu diesem Zweck wurden "Liegehallen" gebaut. Eine der Liegehallen wird heute auch durch den Kindergarten Robert Koch Str. als "wetterfester Aussenspielplatz" genutzt.

Bild 6: Liegehalle der Frauenstation ca.1950     Bild 7: ehemalige Lieghehalle 2007

Bild 6 und 7: Liegehalle der Frauenstation ca. 1950 und 2007

Bekannte Mitarbeiter im Krankenhaus Bleckede waren über die Jahre: Herr Rathes (Krpfl.), Herr Rexhausen (Krpfl.), Herr Isermann (Krpfl.) und Herr Rieken (Hausmeister).

Außer den stationären Heilbehandlungen, wurden zu dieser Zeit in Bleckede auch ambulante Untersuchungen und Begutachtungen durchgeführt. 1971/72 erfolgte der Neubau einer Bettenstation; Erweiterung auf eine Kapazität von 85 Planbetten

Bild 8: Neubau der Bettenstation 1972

Bild 8: Neubau der Bettenstation 1972

Am 31.12.1984 verließ Dr. Kehler nach 31 Jahren das Krankenhaus Bleckede. 1985 wurde Dr. C. Ellendorff als Leiter der Lungenabteilung in Bleckede eingestellt. Ungewöhnlich: Der Chefarzt erhielt einen unbefristeten Arbeitsvertrag, und das, obwohl die Stadtväter in Lüneburg schon damals wussten, dass die Klinik bald geschlossen werden sollte. Dr. Ellendorff wurde dann mit ca. 25 000 DM im Monat der teuerste Mitarbeiter ohne Arbeitsplatz in einem Krankenhaus in Deutschland. (alle haben gelacht! - fast alle!) Im April 1989 wurde die 2. Medizinische Abteilung in Bleckede geschlossen. Anschließend wurde das Krankenhaus als Notunterkunft für Übersiedler nach der Grenzöffnung im November 1989 genutzt.

In den Jahren danach herrschte ein "Zuständigkeitsvakuum". War der Landkreis Lüneburg oder der neue Besitzer, die Imomed GmbH für den Unterhalt der Liegenschaft zuständig?

Bürger, auf der Suche nach "Wertstoffen" und Randalierer erledigten dann den Rest im Laufe der folgenden Jahre. Das Gelände sollte erneut den Besitzer wechseln. Pläne wurden geschmiedet und wieder verworfen. Mittlerweile kam es wieder zu Einsätzen der Feuerwehr im ehemaligen Oelhof in Bleckede.

Bild 9: Januar 2004Bild 10: Januar 2004 Bild 11: ehemaliger Aufnahme- und OP-Bereich, Januar 2004Bild 12: Januar 2004 Bild 13: Januar 2004

Bild 9 bis 13:  Januar 2004

 Im Juli/August 2008 wurden die Gebäude im ehemaligen Krankenhaus in Bleckede abgerissen. Alle Fundamente, auch die der ehemaligen Oelhof-Gebäude wurden aus dem Erdreich herausgebaggert. Der gesamte Bauschutt wurde vom Gelände entfernt.

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Bild 14 bis 18: Abriss der Ruinen 2008

Nur wenige Arbeiter einer Abrissfirma waren nötig um die Ruinen der Gebäude endgültig zu beseitigen. Wo an einem Tag noch Bauschutt bis zum Waldrand lag, war nur wenige Tage später keine Spur mehr zu erkennen.

Bild 19: Truemmerfeld, 2008 August   Bild 20: planierte Flaeche 

Bild 19 und 20: planierte Fläche, 2008

 Bild 21: ehemaliges Krankenhaus, Januar 2014

Bild 21: ehemaliger Standort Krankenhaus Bleckede, Januar 2014

 

 


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