Spurensuche zum ehemaligen Marine-Nachschublager Bleckede 1916 bis 1945

Collage aus Aktenmaterial

1920 bis 1933

Nach 1920 fiel der Ölhof in Bleckede in eine Art "Dornröschenschlaf". Nur wenige Beamte konnten bleiben um die Anlagen, soweit sie bis dahin erstellt waren, betriebsfähig zu halten.

1923 sollte der Ölhof an drei Geschäftsleute aus Hamburg verpachtet werden. Die Anlage wurde zwar formal mit dem Erlass I H 11391 vom 14.11.1923 übergeben, die "Pächter" verweigerten aber, drei Monate später, ihre Unterschrift unter dem förmlichen Pachtvertrag mit dem Hinweis auf die zunehmend schlechte Wirtschaftslage (Inflation) [18].

Erst nach der Erteilung der endgültigen Betriebsgenehmigung, im Jahre 1928 wurde Öl in Bleckede eingelagert. Der Landrat in Bleckede und weitere Beamte um den Regierungspräsidenten in Lüneburg versuchten für die Erlangung der Betriebsgenehmigung, ein umfangreiches Genehmigungsverfahren mit Begutachtung der gesamten Anlage durchzusetzen. Der Präsident des Landesfinanzamtes Unterweser stellte nach einer in Bleckede, persönlich geführten Besprechung die Betriebsbereitschaft fest, mit dieser Besprechung war die Erteilung der Betriebsgenehmigung direkt verbunden [19].

 

Betriebsgenehmigung von 1928

Das Bild zeigt das zusammengesetzte Schreiben zur letztendlichen Betriebsgenehmigung von 1928

Kurze Zeit nach der Erteilung der Betriebsgenehmigung erfolgte die erste Einlagerung von Öl in Bleckede - elf Jahre nach Baubeginn.


1930 wurde das Trafohaus am Hafen nach einem Bauantrag des Präsidenten des Landesfinanzamtes Unterweser durch das Hochbauamt Lüneburg baulich erweitert. Für das beim Ölumschlag beschäftigte Personal wurden Unterkunftsräume geschaffen[20]

 

 

[18] Entschädigungsforderung des Reichsfiskus an die Herren Bergmann, Levi und Schmiedekampf wegen Nichtzustandekommens des Pachtverhältnisses über die Ölanlage bei Bleckede. Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv Hannover, Nds. 220 Acc. 144/95 Nr. 81.
[19] Schriftverkehr zur Erteilung der Betriebsgenehmigung der Ölanlage bei Bleckede September/Oktober 1928 Archiv Landkreis Lüneburg, 703,12.
[20] Bauantrag und Bauzeichnungen, Archiv Stadt Bleckede

 


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