Spurensuche zum ehemaligen Marine-Nachschublager Bleckede 1916 bis 1945

Trümmergelände der Gruppe I ca. 1965

Wo ist der Anfang?

Der eigentliche Anfang meiner Spurensuche liegt relativ weit zurück. Ich kann mich noch an Spaziergänge mit meinem Vater erinnern. Mein Elternhaus liegt in relativer Nähe zum Oelhof.  Wir kamen an haushohen Trümmerbergen vorbei. Die Trümmerflächen wirkten auf mich riesig. Gespenstische Stille lag über diesen Ruinen. Mir fehlte jegliches Verständnis, wofür oder warum solche Trümmer in der Landschaft lagen.

Dann kamen irgendwann riesige Planierraupen und stellten große Freiflächen her, die später neu bepflanzt wurden. Damals wohnten noch Bekannte meiner Eltern in dem Haus, in dem heute unsere Familie lebt. Ich selbst wohne jetzt schon seit 1983 hier, mitten im Ölhof.

Meine Großväter waren als Arbeiter bei dem Bau der Anlagen dabei. Nach der Fertigstellung wurden viele der Bäume, die zur Tarnung dienen sollten, von einem meiner Großväter gepflanzt und mit Wasser aus der Elbe begossen. Es wurde Wasser vom Hafen hochgepumpt, weil die Löschanlagen noch nicht fertig gestellt waren.

Dieses sind, kurz zusammengefasst, Erinnerungen die zu diesem Projekt geführt haben.

Mein Interesse gilt der Geschichte und den Geschichten im Ölhof in Bleckede.

Der Ölhof war seit seiner Planung mit Bleckede, meiner Heimatstadt, verbunden. Ebenso wie später das Krankenhaus, das auf dem Gelände und in den Gebäuden des ehemaligen Marine-Nachschublagers eingerichtet wurde.

Wir wollen keinen "Schatzgräber-Tourismus" und wir wollen niemanden durch Berichte ermutigen, nach verbliebenen Ruinen oder vermeindlich verbliebenem anderem "Material" zu suchen.
Wir weisen an dieser Stelle nochmals ausdrücklich auf die bestehenden Verbote, bestimmte Areale im Ölhof zu betreten, hin.

Wir bedauern die Umstände unter denen der Ölhof entstanden ist. Machthunger, schon im deutschen Kaiserreich, hat sicherlich bei der Grundsteinlegung Pate gestanden.

Es wäre besser gewesen wenn diese Bauwerke niemals errichtet worden wären, Es wäre besser gewesen, Deutschland wäre verschont geblieben von Nationalsozialismus, Leid und Krieg. Die Geschichte verlief aber anders.

Es besteht unserer Meinung nach, trotz aller Verantwortung im Umgang mit den Fakten, die Pflicht zu sammeln, aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Gegen das Vergessen...

Im April 1945 fand ein Aufklärungsflug statt, der den vorrückenden alliierten Truppen Informationen über deutsche Verbände und Sicherungsmaßnahmen entlang der Elbe liefern sollte. Dies war nach einem Aufklärungsflug vom Oktober 1944 der zweite Flug, der Luftbilder der Anlagen im Oelhof, in erstaunlicher Qualität lieferte.

Heute sind diese Luftbilder, zusammen mit einem Luftbild aus dem Jahre 1960, eine der wesentlichen Grundlagen für die Dokumentation der einzelnen Anlagen geworden. Zusammen mit Dokumenten aus verschiedenen Archiven und einer Reihe von Zeitzeugen-Berichten ist das Internetprojekt unter der Adresse oelhof.de immer stärker angewachsen.

Seit 2004, dem ersten Jahr von oelhof.de, hat sich die Form der Präsentation im Internet bereits mehrfach geändert.  Die letzte komplette Überarbeitung fand von August bis Dezember 2014 statt. 

 

Henning Bendler

Dezember 2014, Oelhof Bleckede



 

 


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